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Ski fahren mit zwei Jahren – WIR Eltern sind die Motivation!

Skifahren gehört zur Schweiz wie die Berge. Viele Eltern möchten ihre Leidenschaft fürs Skifahren oder Snowboarden ihren Kindern weitergeben. Doch wie stellt man das am besten an? Ein Erfahrungsbericht.

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Wintersport war für meine Familie und mich schon immer wahnsinnig wichtig. Deshalb ist meine Tochter mit ca. zwei Jahren das erste Mal auf einem Snowboard gestanden… Ihr denkt vielleicht, dass ist aber sehr früh, aber nun ja, wir sind beide ehemalige Snowboardlehrer. Mit drei Jahren hat sie dann in der Skischule Skifahren gelernt und so stieg auch mein Sohn gleich ein. Mit seinen zweieinhalb Jahren war er allerdings weit weniger begeistert von der Skischule als meine Tochter.

Wenn ich so zurück denke, dann hatten wir als Eltern eher Mühe meiner Tochter das Skifahren oder Snowboarden beizubringen. Als sie aber zur Skischule ging und mit anderen Kindern und Snowli (dem Schweizerischen Skischule Maskottchen) zusammen herumrutschte, nahm ihre Motivation sofort zu. Mein Sohn hingegen, gut, er war schon noch ziemlich jung, ging nicht gerne zur Skischule. Einerseits hatte er Angst vor der Skilehrerin (sie war „es bizeli zackig“), andererseits verstand er überhaupt nicht, warum er bremsen lernen sollte… Das Ziel war doch so schnell wie möglich zu fahren?! Wir nahmen ihn also aus der Skischule, was mich natürlich etwas gewurmt hat 😊. Wir wussten aber auch, dass es nichts bringt, ihn zu pushen. Wenn er sich nicht wohl fühlt, dann hat niemand etwas davon, vor allem nicht die arme Skilehrerin. 😊 Wir nahmen ihn daher mit uns mit auf die „grosse“ Piste. Das gefiel ihm viel mehr und er wollte unbedingt dasselbe wie wir machen. So erlernte er durchs Beobachten und Nachahmen zu Bremsen. Ich glaube, ich habe noch selten erlebt, dass mein Sohn so intensive zuhörte. Wir erklärten und zeigten, wie man bremst und er ahmte uns einfach nach. Natürlich war seine Motivation der Spass, den wir am Skifahren hatten. Nun ja, Snowboarden wäre nochmals lustiger gewesen, aber mit seinem Kind das erste Mal so richtig auf einer Piste zu sein, kann man schon fast gleich stellen 😊. Es scheint also, als müsse jedes Kind seinen eigenen Weg gehen, um etwas zu Erlernen. Meine Tochter benötigte die Sicherheit der Skilehrer und die Gruppendynamik der Kinder und Snowli, mein Sohn hingegen den Spass und die Motivation seiner Eltern.

Was ich daraus lerne: Jeder findet seine Motivation woanders und das ist aus meiner Sicht auch der springende Punkt. Wir müssen die Kinder dort abholen, wo es ihnen Spass macht. Ausserdem eine wichtige Sache, die ich als Snowboardlehrerin gelernt, aber erst mit meinen Kindern so richtig verstanden habe: Kinder lernen nur in der Komfortzone. Die Komfortzone müssen wir Eltern erkennen oder wenn möglich gestalten. Wie auch für viele andere Eltern aus meinem Bekanntenkreis, war es ein grosser Wunsch von uns Eltern, dass unsere Kinder Wintersportarten erlernen. Da kann es schon mal passieren, dass man etwas zu eifrig wird (ich spreche aus eigener Erfahrung, ich kann sehr penetrant werden). Was dabei passiert? Kinder fühlen sich unter Druck gesetzt und fallen aus der Komfortzone, also aus der Zone, bei welcher sie am besten und mit viel Spass lernen können. Wenn wir uns aber über die kleinen Schritte freuen, die sie machen und einfach mal loslassen, dann habe ich fest gestellt, passieren Wunder!

Gerade letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit einer anderen Mutter, die schon zwei-drei Wintersaisons ihre Kinder auf die Skier gestellt hat. Bisher waren die Kinder nicht so überzeugt davon. Beide Eltern sind nicht so leidenschaftliche Skifahrer wie wir. Als ihre Tochter aber mit dem Gotti, welche Skilehrerin ist, Skifahren ging, hatte sie plötzlich einen riesen Spass mit den beiden „Pomfrit“ (so nennen wir Snowboarder diese zwei Latten). Ausserdem erzählte mir die Mutter, dass ihr Mann Hockey spielt und sie daher viel aufs Eis gehen. Beide Kinder sind schon ziemlich geübte Eisläufer. Wenn das mal kein Zufall ist!

Inzwischen sind meine Kinder dreieinhalb und fünf Jahre alt. Sobald Schnee fällt, bitten sie uns in die Berge zu gehen und die Skier hervor zu holen. Dieses Jahr waren wir schon mehrmals auf der Piste. Es gibt kleinere Regionen wie z.B. Amden, die sind perfekt für Familien und auch nicht zu teuer. Klar, Laax, Grindelwald oder Andermatt bieten mehr, können aber auch überfordern… vor allem das Portemonnaie. Kleine familiäre Regionen genügen allemal für einen Skitag mit Kindern. Meist haben Kinder weniger Ausdauer als wir. Mal schauen wie lange noch…

Auch dieses Jahr haben wir das Snowboard für sie hervorgeholt und tasten uns langsam daran heran. Momentan geniessen sie es eher auf den Pommes herum zu düsen, aber das Interesse am Snowboarden ist da, denn sie wissen, dass wir ohne sie mit dem Board herumflitzen.
Mein Ansatz ist es, dass sie beide Wintersportarten kennenlernen und dann selber entscheiden sollen, was ihnen besser gefällt. Wer weiss, vielleicht werden sie ja auch beide Sportarten verfolgen.
Ein kleines Geheimnis an dieser Stelle… ich hoffe natürlich schon sehr auf Snowboarder-Nachwuchs! Obwohl, wäre auch nicht schlecht zukünftig von seinen eigenen Skifahrer-Kindern bei flachen Strecken gezogen zu werden. 😊

KiMi wünscht viel Freude beim Entdecken und Experimentieren.
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