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Schwanger mit Zwillingen – Papa Metin erzählt (1/3)

Beginnen wir von vorne: Hallo, ich bin Metin und seit 3 Monaten stolzer Papa von Zwillingen. In diesem Blogpost nehme ich euch mit auf die Reise wie ich Papa wurde.

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“Ui!” “Was ui?” “Es sind zwei!”

Das sagte die Frauenärztin bei der ersten Kontrolle.

Aber fangen wir doch beim Anfang an. Hallo, ich bin Metin und seit 3 Monaten stolzer Papa von Zwillingen. In diesem Blogpost nehme ich euch mit auf die Reise wie ich Papa wurde.

Ein epischer High-Five

An einem morgen schaue ich meine Freundin Jacky an und frage: “Und?”. So direkt wie sie ist, antwortete sie: “Holy Shit! Ich glaube ich bin schwanger!”  Ein paar aufregende Stunden später war der Arzttermin vereinbart. Nach langen zwei Wochen warten, fanden wir uns voller Vorfreude in der Arztpraxis wieder. Wir versuchten in dem Ultraschallbild zu entziffern was die Gynäkologin sofort verstand und mit “Ui!” kommentierte. Ich war besorgt und fragte “Was ui!? Ist alles ok?” und sie: “Ja, es sind zwei!”. Jacky schaute mich an und stolz gab ich ihr einen High-Five. Das war meine erste Reaktion auf erstens die Bestätigung der Schwangerschaft und zweitens, die Nachricht, dass es zwei sind. Ich meine, wie cool ist das denn bitte?

Wann und wie sagen wir es der ganzen Welt?

Wir haben die freudige Nachricht sofort unseren Eltern verkündet. Nach drei Monaten unseren engsten Freunden und später dann auf Social Media. Wenn man Zwillinge erwartet, dann hat man bei der Verkündung immer etwas zum “drauflegen”. Die Konversationen liefen meistens: Wir: “Wir sind schwanger…” Eltern: “Oh mein Gott yay!! Hach wie schön, wir gra…” Wir: …MIT ZWILLINGEN!! Eltern: “…tulieren, warte waaas? WOAAH!!”

Dicke Haut gegen komische Reaktionen

Neben diesen diesen schönen Reaktionen gab es “eigenartige” teilweise sogar verletzende Reaktionen. Dafür sollte man schon vorab eine dicke Haut bereit haben. Reaktionen wie: 

  • Oh wow! Und wie wollt ihr das mit der Zeit genau machen?
  • Hoppla! Doppeltes Glück aber auch doppelter Aufwand!
  • Oh oh! Das Portemonnaie wird sich freuen.
  • Wie wollt ihr das mit der Arbeit machen?
  • Cool! Jetzt habt ihr mit der Familienplanung abgeschlossen, oder?
  • Habt ihr das so geplant?
  • Oh, jetzt habt ihr aber was vor.
  • Ui ja, das wird eine Geburt du Arme! Lieber gleich Kaiserschnitt.
  • Den Körper wieder aufzubauen wir sicher eine Herausforderung!

Diese Fragen und Bemerkungen können irritieren, weil man sich ja eigentlich riesig freut und nicht mit sowas gerechnet hat.Tipp: Positiv bleiben. Diese Menschen spiegeln nur ihre eigene Unsicherheiten. Wir waren jedenfalls überzeugt, dass es auch mit Zwillingen irgendwie alles machbar und cool sein wird. Schliesslich haben das schon viele andere Eltern vor uns auch geschafft.

Die ersten Bewegungen

In unserem übrigen Leben passierte parallel auch sehr viel. Neue Challenges erwarteten uns, das Business wurde grösser, wir suchten eine neue Wohnung und dann wäre ja da noch die Organisation des Umzugs usw. Eines Abends bei Netflix und alkoholfreiem Bier spürte ich zum allerersten Mal die Bewegungen im Bauch meiner Freundin und da wurde mir klar, dass da wirklich zwei Lebewesen sind und sich bereit machen. 

Schwangerschaftskontrollen

Ich bin in einer sehr privilegierten Situation und kann mehrheitlich von Zuhause aus arbeiten und meine Zeiten frei einteilen. Wie cool das ist, habe ich nach der zweiten Schwangerschaftskontrolle herausgefunden als mir bewusst wurde, dass ich dadurch bei den Kontrollen immer dabei sein kann. So geht meine Partnerin nicht alleine den Weg und ich bin immer up-to-date, was sehr wertvoll für die Partnerschaft ist. Das Informationsgefälle ist so sehr gering. 

Mädchen oder Jungs?

Zuerst wollte ich die Geschlechter unbedingt wissen doch Jacky hatte vorgeschlagen, dass wir uns lieber überraschen lassen sollten. Nach ein paar Nächten und einigen Gedanken stimmte ich zu. Es fühlt sich einfach besser an. So bleibt es Überraschung, man verfällt nicht in einen Einkaufswahn bzw. tappt nicht in die Blau-Rosa Klischee-Falle. Das war uns wichtig.

Fun Fact: Bis in die 1950er war die Farbe Rosa ausschliesslich für Jungen vorbehalten. Erst als die erste Barbie-Puppe in einer grell pinken Verpackung den Spielzeugmarkt eroberte, wurde Rosa schnell zur Lieblingsfarbe der Mädchen. Ich selber mag Rosa an mir sehr. 

Was ist meine Rolle?

Ich habe sofort eine unheimlich grosse Verantwortung gegenüber Jacky gefühlt. Mehr als ich jemals gedacht hätte. Ich wollte, dass es ihr gut geht, sie sich wohl fühlt und wollte ihr quasi alles abnehmen, das sie irgendwie belasten würde. Keine gute Idee. Sie ist eine starke, selbständige Frau und musste mich entsprechend bremsen. “Ich bin ja nicht krank, sondern schwanger” hat sie gesagt. “Ich melde mich schon, wenn ich was brauche.” Recht hat sie. Auf jeden Fall war es schön zu beobachten, wie die Kugel immer grösser wurde, wie Jacky anfing sich zu informieren und mit mir darüber zu quatschen. 

Ich habe diverse Rollen, wie viele andere Menschen auch. Dazugekommen ist nun die Rolle des Papas. Doch was genau heisst das? Ich glaube, die Rollendefinition wird sich immer wieder ändern.

Papa während der Schwangerschaft:

  • Auf Jacky achten (Gespräche führen, in den Arm nehmen, Zeit miteinander verbringen)
  • Sich über alles Mögliche informieren
  • Besorgungen planen
  • Neues ausprobieren

Ich habe mich und freue mich immer noch sehr auf die Veränderungen, die das Leben als Papa mit sich bringt. Es ist stetig was Neues los und das gefällt mir. Ich freue mich auch sehr darauf zu sehen, wie meine Partnerin, meine Liebe, mehr und mehr zur Mama wird. 

Erste Vorbereitungen

Die ersten drei Monate waren eigentlich noch ziemlich ok. In diversen Büchern stand, dass besonders die ersten drei Monate mühsam wären, aber Jacky hat die weggesteckt, wie ein Champion. Wir haben uns danach noch ein bisschen Ferien im Tessin gegönnt und haben uns auf die Namenssuche begeben, viele Blogs und einige Bücher gelesen, Kinderwagen und Betten gekauft. Wir haben uns für ein Geburtsvorbereitungskurs und Notfallkurs angemeldet und jegliches an Papierkram angefangen zu erledigen: von Krankenkasse über Kita bis hin zur Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtserklärung, da Jacky und ich nicht verheiratet sind. Hier ein paar Sachen, die ich weiterempfehlen kann. 

Bücher:

Webseite: https://www.swissmom.ch/ 

Namensfinder: https://www.peanut-app.io/blog 

YouTube: 

Welches Spital?

Spannend zu beobachten war, dass viele Menschen um uns herum die Erwartung hatten, dass wir schon früh in der Schwangerschaft alles wussten. Zum Beispiel, wo und wie geboren werden soll. Keine Ahnung, wir waren ja noch nie schwanger. Welche Optionen gibt es denn überhaupt? Was ist empfehlenswert in unserer Situation? Was möchte Jacky nachdem sie all die Infos irgendwie gekriegt hat?

Für mich war wichtig, dass Jacky und die Babies gut versorgt sind. Da es Zwillinge sind, hat man uns relativ schnell zu einem Spital mit einer Neonatologie und einem Kaiserschnitt geraten. Ich war von meiner Seite aus damit einverstanden. Ich bin da eher rational rangegangen. Das war auch bestimmt die beste Entscheidung für das Wohl meiner drei Lieblingsmenschen, jedoch darf man die emotionale Komponente aus der Sicht der werdenden Mutter nicht vergessen. Jacky hat mir immer wieder gesagt, sie könne die aktuelle Situation besser abwägen, wenn ihr geduldig erklärt und gezeigt wird, welche Optionen es gibt und wie der Ablauf dann aussehen würde.

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Eine C-Sektion (Kaiserschnitt) soll es sein. Im zweiten Teil geht es weiter mit der Geburt und die ersten Stunden als Familie. Stay tuned!

KiMi wünscht viel Freude beim Entdecken und Experimentieren.
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und vergiss die Hashtags #kimikrippen & #gemeinsamdieweltentdecken nicht!