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FAQ Klimaschutz – Wie erhalten wir die Erde?

Wie können wir unsere Erde und unseren Lebensstandart für unsere Kinder erhalten? Der Klimawandel ist die grösste Herausforderung der Menschheit und ein Thema das bleiben wird. Daher beschäftigen wir uns bei KiMi auch immer wieder damit. Denn wir wollen unseren Kindern eine schöne Welt hinterlassen und vor allem, dass auch unsere Kinder und ihre Kinder später noch den gleichen Lebensstandard haben wie wir. Nachfolgend haben wir hier die wichtigsten Fragen aus der Community und unsere Antworten mit Hilfe unseres Partners Lyreco für euch zusammengefasst:

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Was sind die grössten CO2 Verursacher?

Die jährlichen Pro-Kopf-Emissionen in der Schweiz belaufen sich auf 14 Tonnen. Damit liegt der sogenannte Treibhausgas-Fussabdruck der Schweiz deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von knapp 6 t Treibhausgase pro Kopf. Den von der planetaren Belastbarkeitsgrenze ableitbaren Schwellenwert von höchstens 0.6 t Treibhausgase pro Kopf für das Jahr 2015 übersteigt er sogar um das Mehrfache.

Von den gesamten Treibhausgasemissionen in der Schweiz werden verursacht [1]:

  • 32 % durch den Verkehr (ohne internationaler Flug- und Schiffsverkehr)
  • Davon rund 70% durch Personenwagen
  • 24 % durch Gebäude
  • 25 % durch die Industrie
  • 20 % durch die Landwirtschaft und Abfallbehandlung sowie den Ausstoss von synthetischen Gasen.

Ob ihr unter oder über dem Schweizer Durchschnitt liegt, findet man ganz einfach mit einem Fussabdruck-Rechner heraus. So bekommt man auch einen Eindruck, wo man seine Emissionen reduzieren könnte.

Was kann die Politik zum Klimaschutz beitragen?

Die Politik kann und muss sich im Kampf gegen den Klimawandel mit entsprechenden Regulierungen noch wesentlich deutlicher engagieren. Ohne Staatseingriffe ändert sich nichts. Laut ETH-Klimaforscher Reto Knutti lässt es sich belegen, dass Emissionen so lange gestiegen sind, bis der Staat lenkend eingegriffen hat. «Ohne Staatseingriffe änderte sich nichts. Wer die Geschichte betrachtet, weiss, dass von allen Umweltproblemen – Abfall, Abwasser, Luftqualität, Ozonloch, Asbest, Phosphat – kein einziges durch den Markt oder durch Eigenverantwortung allein gelöst wurde. Egal ob bei den herkömmlichen Glühbirnen, die durch LED ersetzt worden seien, beim Katalysator, dem Partikelfilter, den Kläranlagen, dem FCKW: Immer ist es nur deutlich vorwärts gegangen, wenn der Staat Regeln aufgestellt hat.» [2]

Daher ist es am wichtigsten, dass wir unsere Stimm- und Wahlrechte wahrnehmen. Das Klimaproblem ist ein Kollektivproblem, das Lösungen erfordert, die im Dienst der Gesamtgesellschaft stehen. Der Klimawandel ist die grösste Herausforderung der Menschheit [3]. Wer diese erträglich gestalten und die Erde für unsere Kinder erhalten will, muss Personen und Parteien wählen, die vehement eine umweltfreundliche Politik machen.

Auf ecorating.ch kann man herausfinden, welche Politikerinnen und Politiker sich für die Umwelt einsetzen. Und auch auf der lokalen Ebene ist unser Einsatz wichtig: Denn in kleineren Gemeinden reichen oft schon wenige Stimmen, um etwas zu bewirken. Also auf zur nächsten Gemeindeversammlung! So können wir mithelfen, gemeinschaftlich genutzte Infrastruktur, (wie etwa Verkehrsnetz, Schul-, Sport- und andere Anlagen) oder auch Dienstleistungen (wie beispielsweise Bevölkerungsschutz, Nahrungsmittel- und Energieversorgung und Entsorgungswesen), nicht nur für sich, sondern für alle umweltfreundlicher zu gestalten. 

Auf jeden einzelnen kommt es an

Doch auch wir als Privatpersonen sind gefordert. Auch wir müssen mehr Eigeninitiative übernehmen, ist sich Stephan Nüesch, Sustainability Manager bei Lyreco, sicher. Am besten beginnt man damit, einmal seinen persönlichen ökologischen Fussabdruck zu ermitteln. Das kann man ganz einfach z.B. mit diesem vom WWF: Footprint-Rechner | WWF Schweiz (oder einfach mal googeln). Dadurch bekommt man einen ersten Überblick was man optimieren könnte bzw. Tipps für Dinge, die wir tun können, um unsere Ökobilanz zu verbessern.

Wo seht ihr bei euch die grössten Stellschrauben etwas zu bewirken um euren Fussabdruck zu verringern? Wäre es nicht möglich hier Veränderungen vorzunehmen?

Wie kann man einen CO2 Wert einordnen?

Die ganze Welt redet von den CO2- bzw. Treibhausgas-Emissionen. Doch wieviel verbrauchen wir und ist das viel bzw. wieviel zu viel ist das? In der Schweiz verbrauchen wir pro Kopf 14t CO2 pro Jahr. Um klimaverträglich zu sein, müssten wir diesen Wert um 60% reduzieren.

Ein Beispiel verdeutlicht das Problem: Für die Produktion eines T-Shirts, vom Rohstoffanbau bis zum Verkauf im Laden, werden ca. 4 kg CO2 emittiert. Ein Baum kann dagegen im Jahr gerade einmal ca. 12,5 kg CO2 kompensieren. Mit einem Kauf von 3 T-Shirts ist also schon die gesamte Jahreskapazität des Baumes ausgeschöpft.

Ein grosser CO2 Verursacher ist der Verkehr. Allein die 4,7 Millionen zugelassenen Personenwagen (excl. Güterverkehr, Luftverkehr etc.) [4] machen mit 9,3 Millionen Tonnen pro Jahr 26% der gesamten CO2 Emissionen der Schweiz aus [5]. Um das zu kompensieren braucht es 72 Milliarden Bäume.

Ein Auto stösst 2-3 Mal soviel Treibhausgase aus wie Busse und Bahn. Wir könnten also sehr viel CO2 reduzieren, wenn wir weniger auf das Auto und mehr auf den ÖV setzen würden.

Um euren Fussabdruck zu verstehen und die CO2 Angaben besser einordnen zu können, empfehlen wir auch einen Footprint-Rechner zu nutzen (siehe oben). Findet man ganz einfach im Internet.

Ist ein nachhaltiges Produkt besser als ein konventionelles?

Beim Einkauf sollte man grundsätzlich schauen, dass man ein nachhaltiges Produkt mit entsprechendem Label einkauft, dadurch hat man eine gewisse Sicherheit, dass es sich um ein Produkt handelt, bei dessen Herstellung auf gewisse Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards gesetzt wurde. „Nur gar nichts konsumieren, wäre noch grüner“ witzelt Stephan Nüesch, Nachhaltigkeitsmanager bei Lyreco Switzerland. Doch im Ernst, um zu sehen, wie nachhaltig ein Produkt ist bzw. was sich hinter den verschiedenen Umwelt-Labeln verbirgt, empfiehlt er die Seite Startseite | labelinfo.ch.

Wie viel teurer sind grüne Produkte?

Das lässt sich nicht generell beantworten. Es ist tendenziell so, dass nachhaltige oder Bio-Produkte teurer sind, allerdings ist das nicht zwangsläufig der Fall. Es gibt auch grüne Produkte, die sogar günstiger sind als konventionelle.

Bei Bio-Lebensmitteln z.B. sind die Produktionskosten höher, weil durch den Verzicht von Pestiziden oder die artgerechte Haltung von Tieren mit entsprechend grösseren Ställen und Platz mehr Kosten und Arbeit entstehen.

Bei Verbrauchsartikeln wie Büroverbrauchsmaterial gibt es auch schon nachhaltige Produkte, die günstiger oder gleich viel kosten wie konventionelle Produkte berichtet Stephan Nüesch von Lyreco.

Wie dem auch sei, wir stimmen mit unserem Portemonnaie bzw. mit unseren Kaufentscheidungen darüber ab, in welcher Art von Welt wir morgen leben wollen.

Jedes Mal, wenn Sie Geld ausgeben, geben Sie eine Stimme für die Welt ab, in der Sie leben möchten! Anna Lappé

Oder vielleicht sind die konventionellen Produkte einfach zu günstig?

Bei der Produktion von vielen Produkten gibt es versteckte Kosten, die nicht in den Preis eingerechnet werden. Das sind Kosten, die durch die konventionelle und meist umweltschädliche oder gesundheitsschädigende Produktion verursacht werden. Wenn zum Beispiel der Boden für den Anbau von Nutzpflanzen verbraucht wird und kein Wasser oder CO₂ mehr aufnehmen kann, kommt es zu mehr Überschwemmungen und globaler Erwärmung. Die Folgen dieses umweltschädigenden Verhaltens bzw. dieser versteckten Kosten zahlt aber nicht der Produzent, sondern die Gesellschaft als Ganzes. Würde man diese Kosten jedoch dem Produktkosten hinzuaddieren, wäre das Produkt erheblich teurer [6].

Was sind eure Tipps?

Tipps gibt es viele und geben wir euch gerne mit… Doch die grosse Frage ist, sind wir wirklich bereit, etwas dauerhaft zu verändern?

Tipp #1: Beim Einkaufen auf Umwelt-Label achten. Siehe auch Labelinfo.ch

Tipp #2: Den persönlichen Fussabdruck ausrechnen. Siehe Footprint-Rechner | WWF Schweiz

Tipp #3: Überlegt konkret, wo ihr was ändern könnt ohne in die Falle des Rebound-Effekts zu tappen. Beispiele und Tipps findet man viele im Internet, z.B. diese vom WWF Die zehn besten Klimatipps | WWF Schweiz.

Quellen

Stephan Nüesch, Nachhaltigkeitsmanager bei Lyreco AG Switzerland sowie:

[1] Klima: Das Wichtigste in Kürze (admin.ch)

[2] ETH-Klimaforscher: «In der Schweiz wird es 6 Grad wärmer» | powernewz

[3] Klima & Energie – Globale Herausforderung | WWF Schweiz

[4] Fahrzeuge | Bundesamt für Statistik (admin.ch)

[5] Umweltauswirkungen | Bundesamt für Statistik (admin.ch)

[6] Warum sind nachhaltige / ökologische Produkte teurer? (naleko.de)

KiMi wünscht viel Freude beim Entdecken und Experimentieren.
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