Neue Waldtage in der KIMI Krippe Kloten

Kurz nach dem Znüni macht sich eine Schar Kinder und viele Betreuerinnen mit Sack und Pack auf in den nahe gelegenen „Hardwald“. Seit diesem Frühling profitieren die Kinder ab zwei Jahren vom neuen Betreuungsprogramm. „Ein Aufenthalt im Wald ermöglicht aus pädagogischer Sicht für die kindliche Entwicklung wertvolle Erfahrungen, die in vergleichbarer Form und Vielfalt kaum in einem anderen Umfeld gemacht werden können“, erklärt die Betriebsleiterin Carmen Orlovic.

Die Vorfreude der Kinder und Betreuerinnen ist jeweils riesig, denn vielfältige Erfahrungen und Abenteuer warten auf sie.

Auf dem Waldplatz angekommen wird Igor, die sprechende Handpuppe begrüsst. Igor begleitet die Kinder durch den Tag, er nimmt sie mit auf Phantasiereisen, erklärt ihnen die verschiedenen Baumarten und die unterschiedlichen Tiere des Waldes oder alle zusammen erschaffen ein Waldsofa. Auch eine spannende Schnitzeljagd oder die tolle Schlammrutschbahn stehen bei den Kindern hoch im Kurs. Während die Kinderschar den Wald entdeckt und sich austobt, bereiten die Betreuerinnen das Zmittag über dem offenen Feuer vor.

Der Wald als Lebens- und Erfahrungsraum

„Die Kinder erfahren im Wald eine Ruhe, welche sie im Alltag kaum noch erleben“, sagt Carmen Orlovic. So können die Kinder Dinge erleben, die sie vorher nicht kannten oder ihnen nicht bewusst waren. „Es ist immer toll zu sehen, mit welcher Faszination die Kinder einen durchs Laub krabbelnden Käfer beobachten oder ganz konzentriert dem Rauschen des Windes lauschen“, erzählt die Betriebsleiterin. Im Wald, ohne vorgefertigtes Spielzeug, mit geheimnisvoll wirkenden Bäumen und ungewohnten Geräuschen wird die Fantasie der Kinder angeregt.

Neben den vielen Entdeckungen fördern die Aufenthalte im Wald aber auch den Gemeinschaftssinn. Die veränderte Umgebung fordert von den Kindern neue Verhaltensweisen und Kooperation. So ist den Betreuerinnen aufgefallen, dass sich durch den Freiraum im Wald unter den Kindern seltener Konflikte entwickeln und es weniger Streit gibt.

Denn wer so viel zu entdecken hat, hat keine Zeit für Streitereien. „Die Kinder sind im Wald mit Situationen konfrontiert, die für sie ungewohnt oder neu sind. Ein steil abfallender Hang, unebener Waldboden, herumliegende Äste – so schulen sie ihre motorischen Fähigkeiten und entwickeln Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten“, sagt Carmen Orlovic.

Leider geht der Tag im Wald aber immer viel zu schnell vorbei und eine „schmutzige“, lachende und erschöpfte Schar macht sich am späteren Nachmittag auf zurück in die KIMI Krippe.