Elternblog
Magazin > Elternblog > Raumkonzept in den eigenen vier Wänden
Elternblog

Raumkonzept in den eigenen vier Wänden

Tipps & Tricks wie ihr die Räume eurer Kinder optimal einrichtet. Das Kinderzimmer ist das eigene kleine Reich des Nachwuchses, ein Platz zum Spielen, Schlafen, Toben und auch zum Wachsen und Reifen. Die Gestaltung des Kinderzimmers entscheidet, ob das Kind sich in dem Raum wohl und geborgen fühlt und kann auch einen Teil zu dessen Entwicklung beitragen. Mit den folgenden Tipps wollen wir Eltern bei der Gestaltung des Kinderzimmers und beim Thema Ordnung helfen, wenn sie ihrem Kind einen optimalen Ort für die eigene Ich-Entwicklung schaffen wollen.

Pinnen

Damit sich Kinder gerne in ihrem Kinderzimmer aufhalten, sollten die Räumlichkeiten eine angenehme Atmosphäre besitzen und dem Kind Sicherheit und Orientierung bieten. Hierfür hilft es verschiedene Zonen zu schaffen wie eine Ruhezone zum Schlafen, ein Spielbereich zum aktiv sein und bei grösseren Kindern eine semi-aktive Zone zum Lernen. Mit unterschiedlichen Wandfarben oder
Teppichen lassen sich die Bereiche voneinander trennen.

Die Aufbewahrung des Spielmaterials sollte so organisiert sein, dass das Kind weiss, welches Spielmaterial zur Verfügung steht und wo es zu finden ist. Es kann das Spielmaterial selbst aussuchen, das Material ist geordnet und die Ordnung wird beibehalten. Zur Aufbewahrung am Boden können Körbe und Kisten genutzt werden sowie halbhohe Regale mit leichten Kisten, deren Inhalt für die Kinder sichtbar ist.

Ein Überangebot an Spielsachen führt zur Reizüberflutung. Spielsachen, an denen das Kind aktuell kein Interesse zeigt, können daher für eine Zeit lang weggestellt werden. Spielsachen sollten ausserdem dem Entwicklungsstand und Interesse des Kindes entsprechen.

Um mit der Entwicklung Schritt zu halten, macht es daher Sinn, Spielsachen mit anderen Familien auszuwechseln oder z.B. in einer Ludothek auszuleihen.

Bei der Gestaltung der Wände bzw. der generellen Farbwahl, sollte auf das Temperament des Kindes geachtet werden. Ist es sehr aktiv, sollten Rottöne beispielsweise vermieden werden, um das ohnehin schon sehr aktive Kind nicht zusätzlich noch anzuregen. Eine schlichte Gestaltung der Wände mit hellen, warmen Farben und unaufdringlichen Mustern ist eine gute Wahl und vermeidet eine visuelle Überforderung der Kinder. Dabei muss aber nicht alles nur in zarten Pastellnuancen in geringen Kontrasten gehalten sein. Kalt-Warm Kontraste helfen vor allem kleinen Kindern den Raum zu erfassen, da das dreidimensionale Sehen und die Tiefenwahrnehmung noch nicht voll entwickelt ist.

Die Wände können ausserdem mit Bildern und Arbeiten der Kinder gestaltet sein. So zeigen wir unsere Wertschätzung für ihre Werke und Arbeit und stärken ihr Selbstwertgefühl.

Der Schlafbereich sollte mit beruhigenden Farben gestaltet sein. Bei der Wahl des Bettes ist gut zu wissen, dass gemäss Feng Shui Prinzipien ein Hochbett für aktive bzw. unruhige Kinder nicht geeignet ist, da sie den für sie wichtigen Bodenkontakt verlieren. Auch sollte sich kein Stauraum oder Spielraum unter dem Bett befinden, da dann zu viel Energie und Aktivität in der Schlafzone herrscht. Besser man richtet stattdessen eine Kuschelecke unter dem Hochbett ein.
Das Bett sollte idealerweise nicht in einer direkten Linie zwischen Tür und Fenster und der Kopfteil sollte immer fest an einer Wand stehen.

Der Schreibtisch für grössere Kinder wird am besten so positioniert, dass das Kind beim Arbeiten die Türe und wenn möglich einen Teil des Raumes im Blick hat. Der freie Blick ist wichtig für Konzentration und Kreativität. Steht der Schreibtisch direkt am Fenster lässt sich manches Kind andererseits schnell ablenken.
Gerade für Klein- und Vorschulkinder hat das Spielen und Toben einen ganz wichtigen Stellenwert und ist für ihre Entwicklung von grösster Bedeutung. Mit den folgenden Tipps bezüglich der Art des Spielmaterials unterstützen wir unsere Kleinen in ihre Entwicklung:
Spielmaterial soll auffordern zum fantasievollen, kreativ forschenden Experimentieren (Explorationsspiel) und vielseitig einsetzbar sein. Besonders geeignet ist dafür unstrukturiertes oder «unfertiges» Material wie Tücher, Korken, Holzstücke, etc., ebenso wie «echtes» Material oder Alltaggegenstände aus der direkten Lebensumwelt der Kinder wie Küchenutensilien, Schachteln und Dosen mit Deckeln, Wäscheklammern, Computertastaturen, Kopfbedeckungen, etc.
Mit unterschiedlichen Baumaterialien wie Bau- oder Legosteinen machen die Kinder erste Erfahrungen mit physikalischen Gesetzmässigkeiten, setzen sich mit elementaren mathematischen Fragestellungen (intuitive Mathematik und Zahlenkonzepte) auseinander und nutzen diese zur Unterstützung von Rollenspielen.
Für das Rollenspiel stehen den Kindern vielfältige Requisiten (Kopfbedeckungen, Taschen, Kleidung, etc.) zur Verfügung, die thematisch in Kisten aufbewahrt werden. Flexible Spielhäuser und Zelte sind wandelbar und bieten, ergänzend zu den Rollenspielecken (Küche, Kaufladen, Werkstatt, etc.), attraktive Spielorte.
Der Umgang mit kreativen Materialien (Farben, Papier, Musikinstrumente, etc.) ermöglicht den Kindern eine kreative Ausdrucksmöglichkeit (Ästhetische Bildung).

Den Kindern steht Material zur Verfügung, das ihre Freude an der Sprache fördert und es ihnen ermöglicht, die geschriebene Sprache kennenzulernen: Kinder- und Sachbücher (Bilderbücher, Fotos, Zeitschriften, Kochbücher, etc.) und Tonaufnahmen.
Bei jüngeren Kindern sollte das Spielmaterial speichelfest oder zumindest unbedenklich für die Erforschung mit dem Mund sein. Spielsachen sollten nach Möglichkeit aus nachhaltigen, natürlichen Materialien sein, die frei von Schadstoffen sind.
Für Säuglinge sind sinnesanregende Gegenstände wie Klangelemente, Tastspiele oder Spiegelelemente eine gute Wahl.

Der Ort des Wickelbereichs sollte eine angenehme Atmosphäre zulassen. Eine gute Belüftung, angenehmes, nicht blendendes Licht sowie eine geeignete Wickeltemperatur sind dafür die Grundvoraussetzungen. Aufstiegshilfen für den Wickeltisch sind eine gute Ergänzung, mit der die Kinder selbständig den Wickelplatz erklimmen können und die zudem den Rücken der Eltern schont.

Insgesamt steht bei jeglicher Gestaltung des Raumes die Sicherheit an oberster Stelle. Es liegt an uns, eine bewegungsfreundliche Umgebung zu schaffen, so dass sich das Kind selbständig und uneingeschränkt in den Räumlichkeiten bewegen kann. Möbel mit abgerundeten Kanten und ohne spitze Ecken helfen Unbehagen vorzubeugen und Gefahren zu minimieren.

Ausserdem sollte der Raum dem Wachstum des Kindes entsprechen und alle paar Jahre verändert werden. Unsere Kinder entwickeln sich ständig weiter. Ihr dritte Erzieher sollte sich ihren Bedürfnissen immer wieder anpassen.

KiMi wünscht viel Freude beim Entdecken und Experimentieren.
Teile es mit deinen Freund:innen
und vergiss die Hashtags #kimikrippen & #gemeinsamdieweltentdecken nicht!